Pflegereform 2026: Unsere Warnung vor dem PNOG-Kahlschlag
Wir warnen die Bundesregierung unmissverständlich: Das geplante Pflegeneuordnungsgesetz darf nicht unverändert durchgewinkt werden. Wer bewährte Entlastungsangebote gefährdet, riskiert Versorgungslücken – und zwar dort, wo Menschen sie am wenigsten auffangen können: zu Hause.
Wir von Marias Ambulante Pflegeengel erleben täglich, wie wichtig verlässliche Unterstützung im Alltag ist. Hilfe im Haushalt, Beratung, Tagespflege und Verhinderungspflege sind für viele Pflegebedürftige und Angehörige keine Extras. Sie entscheiden mit darüber, ob Pflege zu Hause überhaupt bewältigt werden kann.
Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) am 30. September 2026 beschlossen. Die erste Beratung im Bundestag ist für den 5. November vorgesehen. Das Gesetzgebungsverfahren läuft noch – die Abgeordneten können und müssen den Entwurf nachbessern.
Unsere Warnung: Hilfe darf nicht auf dem Papier verschwinden
Die Bundesregierung verspricht, Leistungen übersichtlicher zu machen und die Pflegeversicherung zu stabilisieren. Doch ein neues Budget ist keine echte Entlastung, wenn Menschen ihre vertrauten Hilfen verlieren oder Anbieter vor Ort nicht mehr passend eingebunden werden können.
Der Entwurf sieht ein Sozialraumbudget für niedrigschwellige Unterstützung im Alltag ab Pflegegrad 2 vor. Für professionelle Anbieter beschreibt er einen anderen Weg: Sie können sich als ambulante Betreuungsdienste zulassen lassen und Leistungen aus dem Sachleistungsbudget nutzen. Dann können sie ihre Leistungen jedoch nicht gleichzeitig über das Sozialraumbudget abrechnen. Diese Trennung kann gewachsene Versorgungsstrukturen unter Druck setzen.
Wir warnen vor den Folgen: Wenn Unterstützung schwerer erreichbar wird, müssen Pflegebedürftige und Angehörige die Lücken ausbaden. Angehörige können aber nicht beliebig mehr leisten. Sie sind keine kostenlose Ersatzlösung für eine Versorgung, die politisch schlechter organisiert wird.
Der bpa warnt auf Grundlage seiner Einschätzung vor mehr als 50.000 gefährdeten Arbeitsplätzen und rund zwei Millionen Pflegebedürftigen, die ihre Unterstützung neu organisieren müssten. Das sind Prognosen des Verbandes, keine feststehenden Folgen. Dass solche Zahlen im Raum stehen, muss in Berlin Alarm auslösen – nicht Schulterzucken.
Herr Linnemann: Übernehmen Sie Verantwortung
Carsten Linnemann ist seit dem 29. Juli 2026 Bundesgesundheitsminister. 2025 hatte er zunächst erklärt, kein Ministeramt übernehmen zu wollen; damals sagte er auch, als Gesundheitsminister wäre er vermutlich nicht erfolgreich gewesen. Nun ist der Typ tatsächlich Gesundheitsminister und erzählt uns wie toll seine Reformen sind. UNFASSBAR!
Herr Linnemann: Jetzt tragen Sie die Verantwortung für die Pflegepolitik. Dann hören Sie auf die Pflegepraxis – und stoppen Sie Regelungen, die bestehende Hilfen gefährden. Wer trotz deutlicher Warnungen aus der Branche an einem riskanten Entwurf festhält, kann sich später nicht darauf berufen, die möglichen Folgen seien nicht absehbar gewesen.
Aus unserer Sicht zeigt der aktuelle Entwurf eine erschreckende Praxisferne. Pflegebedürftige sind keine Rechengrößen. Ambulante Dienste sind keine beliebig austauschbaren Kostenstellen. Und pflegende Angehörige dürfen nicht zum politischen Puffer werden, wenn ein Reformmodell in der Realität nicht trägt.
Diese Änderungen sind jetzt nötig
Wir fordern die Bundesregierung und die Abgeordneten des Bundestags auf, das PNOG grundlegend nachzubessern:
- Ambulante Pflegedienste müssen beim Sozialraumbudget angemessen berücksichtigt werden.
- Vertraute Beratungs- und Entlastungsangebote müssen erhalten bleiben.
- Tagespflege und Verhinderungspflege müssen für Pflegebedürftige und Angehörige erreichbar bleiben.
- Die Finanzierung muss faire und verlässliche Gehälter ermöglichen.
Unsere Warnung ist klar: Wer diese Forderungen ignoriert, nimmt Versorgungslücken und den Verlust bewährter Unterstützung billigend in Kauf. Eine Pflegereform muss Pflege stärken. Alles andere ist keine tragfähige Reform, sondern ein politischer Rückschritt mit Folgen für echte Menschen.
Marias Ambulante Pflegeengel: Pflege braucht Sicherheit, keine Experimente
Als ambulanter Pflegedienst setzen wir uns für verlässliche Hilfe im eigenen Zuhause ein. Wir fordern eine Pflegepolitik, die zuhört, die Folgen ihrer Entscheidungen ernst nimmt und die Unterstützung nicht erst dann vermisst, wenn sie weggebrochen ist.
Wir stehen an der Seite der Pflegebedürftigen, Angehörigen und Beschäftigten. Das PNOG muss nachgebessert werden – bevor aus der Warnung bittere Realität wird.
Wir sind als ambulanter Pflegedienst in Auenwald, Backnang und Weissach im Tal tätig. Bei Fragen zu ambulanter Pflege und Unterstützung im Alltag sprechen Sie uns gerne an.
Entlastung erhalten. Ambulante Pflege stärken. PNOG nachbessern.

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